Öko-Strom aus der Wüste Afrikas
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Der Plan, aus Nordafrika eine gewaltige Solarstrom-Pipeline zu den Ballungszentren Europas zu legen, ist nicht neu. Nun scheint diese Vision ernsthaft durchdacht zu werden, denn Solarstrom aus Kraftwerken in der Sahara ist machbar und finanzierbar geworden.
Sicher wird es noch einige Jahre dauern, ehe der erste Wüstenstrom Deutschland erreicht. Doch inmitten der Krise bringt das Milliardenprojekt wieder Unternehmer und Geldgeber an einen Tisch, verspricht Arbeitsplätze in neuen Branchen. Die sonst rohstoffarmen Staaten Afrikas können auf eine dauerhafte Einnahmequelle hoffen und so vielleicht endlich zu den Staaten der Nordhalbkugel aufschließen.
Wirtschaft und Politik wollen eine Initiative gründen, deren konstituierendes Treffen für den 13. Juli in München angesetzt ist. Dies teilte ein Sprecher der Münchener Rück mit.
Das angestrebte Projekt Desertec soll auf einer Fläche so groß wie Mallorca solarthermische Anlagen im Wert von rund 400 Milliarden Euro installieren.
Zu den Teilnehmern werden voraussichtlich das Auswärtige Amt, Politiker aus Brüssel, Vertreter nordafrikanischer Staaten sowie von Deutscher Bank, Siemens und dem zweitgrößten deutschen Energiekonzern RWE gehören. Die Münchener Rück könne sich dabei nicht nur als Rückversicherer engagieren, sondern auch ein direktes Investment in das Projekt sei vorstellbar.
In nur drei Jahren soll ein konkreter Umsetzungsplan für den Bau solarthermischer Kraftwerke in der afrikanischen Wüste entwickelt werden.
Es werden hierbei keine Photovolarik-Anlagen zum Einsatz kommen, stattdessen werden Anordnungen von Spiegeln das Sonnenlicht bündeln und Spezialöl erhitzen dessen Wärme dann in Wasserdampf zum Antrieb von Turbinen umgewandelt wird.
Experten des Club of Rome, einer nichtkommerziellen Organisation, die sich mit globalen Fragen auseinandersetzt, unter anderem mit der Zukunft der Energieversorgung, schätzten in einer Studie vom Februar die Kosten zur Erzeugung von rund 15 Prozent des europäischen Strombedarfs auf rund 400 Milliarden Euro. 350 Milliarden Euro davon sollten in den Aufbau solarthermischer Kraftwerke auf einer Fläche von 3600 Quadratkilometer - das entspricht der Fläche Mallorcas - fließen, auf 45 Milliarden Euro wurden die nötigen Investitionen in ein Gleichstromhochspannungsnetz für den Stromtransport nach Europa geschätzt.
Konkrete Verträge zu dem Vorhaben gibt es derzeit noch nicht, dennoch scheint allein die breite Beteiligung aus Wirtschaft und Politik auf ernsthaftes Interesse hinzudeuten. Fünfzehn Prozent klingt nicht sonderlich viel, aber es wäre ein guter Anfang, der vor allem auch endlich dem Afrikanischen Kontinent den Weg zu einer würdigeren Existenz ebnen würde.

August 5th, 2011 at 6:15 pm
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